KlimaBündnis und Gemeinderat besuchen Windpark Winterbach

Auf Einladung des KlimaBündnisses haben zahlreiche Gemeinderätinnen und Gemeinderäte aus allen Fraktionen sowie Vertreter der Stadtverwaltung den Windpark Goldboden in Winterbach besucht.

Wichtigste Erkenntnis war, dass sich die drei Windkraftanlagen für den Betreiber EnBW lohnen und einen ordentlichen Beitrag zur Stromversorgung leisten. Jahr für Jahr erzeugt der Windpark bis zu 20 Mio. kWh Strom. Zum Vergleich: Das ist ein Fünftel des gesamten Weinstädter Stromverbrauchs von knapp 100 Mio. kWh pro Jahr. Oder anders ausgedrückt: Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch eines Haushalts von 3.500 kWh entspricht dies dem Stromverbrauch von über 5.000 Haushalten.

Die immer wieder zu beobachtenden Stillstandszeiten der Windenergieanlagen haben verschiedene Ursachen. Im Frühjahr war ein Schaden am Umspannwerk bei Winterbach aufgetreten. Wegen Lieferschwierigkeiten bei Ersatzteilen führte dies zu einem mehrere Wochen langen Ausfall des Umspannwerks mit der Folge, dass die Windräder abgeschaltet werden mussten. Weitere Ursachen sind v.a. das teilweise instabile örtliche Stromverteilnetz und Abschaltungen zum Schutz von Fledermäusen. Entgegen mancher Vermutungen kommen nach Auskunft der EnBW hier in Süddeutschland Netzüberlastungen kaum vor und sind deshalb nur selten der Grund für einen Stillstand.

Interessant waren auch die Erläuterungen der EnBW-Vertreter zu den wirtschaftlichen Vorteilen eines Windparks für die Standortgemeinde. Wenn auf Gemeindegrund gebaut wird, sind jährliche Pachterlöse in beachtlicher Höhe zu erwarten. Außerdem ist rechtlich geregelt, dass der Betreiber 90 % der Gewerbesteuer an die Standortgemeinde abführen muss. Und schließlich erhält die Gemeinde bei neuen Anlagen eine Erlösbeteiligung von 0,2 Cent je kWh Stromertrag, was beim Goldboden-Windpark jährlich rund 40.000 Euro ausmachen würde.

Abschließend betonte Herr Soukup von der EnBW, sein Unternehmen sei mit der Ertragslage des Windparks sehr zufrieden und würde den Windpark auf dem Goldboden sofort wieder bauen. Heute natürlich mit moderneren Anlagen, deren Leistung mit insgesamt rund 20 MW etwa doppelt so hoch sein könne wie bei den jetzt installierten Windrädern.

Die Stromerzeugung des Windparks Winterbach ist immer aktuell unter der App enbw e cockpit abzurufen.

Das KlimaBündnis bedankt sich beim Gemeinderat für das große Interesse an der Besichtigung, vor allem aber dafür, dass er es der Stadtverwaltung ermöglicht hat, den Flächensuchlauf für Solarparks in Weinstadt auch auf Windenergieanlagen auszudehnen. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse.


Weinstadt 2035 klimaneutral!



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