Wir freuen uns, dass wir alle kleinen und großen Fahrradbegeisterten herzlich zur ersten Kidical Mass in Weinstadt am 15. Mai 2022 einladen können. Gemeinsam mit einigen Weinstädter Institutionen haben wir vom KlimaBündnis Weinstadt diese rund einstündige bunte Fahrrad-Demo für alle geplant und organisiert.

Start ist um 15:00 Uhr beim Rathaus Beutelsbach und das Ziel ist gegen 16:00 Uhr das CVJM-Gelände in der Grünen Mitte, wo es im Anschluss viel Platz zum Toben, Spielen und Kontakte knüpfen und vertiefen gibt.

Unter dem Motto Platz da für die nächste Generation erobern kleine und große Radfahrende die Straßen unserer Stadt. Die Kidical Mass gibt den Kindern eine Stimme im Verkehr, zeichnet ein positives Zukunftsbild, vernetzt und mobilisiert Alt und Jung über die Grenzen der Radszene hinaus.

Kinder fahren gerne Rad. Darum haben wir eine “kinderleichte” Route geplant, die auch für die Kleinsten geeignet ist. Die Kidical Mass richtet sich an alle Menschen von 0 bis 99 Jahren, die Freude am Fahrradfahren haben und die ein starkes Zeichen für den Radverkehr in Weinstadt aussenden wollen.
Die geplante Route veröffentlichen wir an dieser Stelle einige Tage vorher.

Die Kidical Mass ist als offizielle Demonstration angemeldet, die Polizei begleitet uns und sichert die Wege.

Wir freuen uns, wenn DU dabei bist die Dinge ins Rollen zu bringen!

Zum Vormerken: Am Sonntag, den 22. September planen wir eine weitere Kidical Mass in Weinstadt.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Unterstützern:

Übrigens: An den beiden Aktions-Wochenenden (15. Mai und 25. September 2022) finden Kidical Mass Demos in über 150 Städten in Deutschland statt – alle mit dem Ziel klarzumachen, dass sich alle Kinder und Jugendliche sicher und selbstständig mit dem Fahrrad in der Stadt bewegen können sollen.
Bereits das Kidical-Mass Aktionswochenende im September 2021 mit rund 25.000 Teilnehmenden in über 100 Städten in ganz Deutschland und darüber hinaus war

Mehr Infos gibt es unter kinderaufsrad.org/

Das KIDICAL MASS Aktionsbündnis hat zur Verbesserung der Situation für Radfahrende – insbesondere Kinder- folgende Forderungen an die politischen Verantwortlichen formuliert:

Forderungen auf Bundesebene

Kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht

Aktuell können Städte und Gemeinden nicht einfach Tempo 30 einführen oder breite, baulich getrennte Radwege einrichten. Dazu müssen sie aufwendige Begründungen finden oder es ist schlicht nach dem geltenden Straßenverkehrsrecht nicht erlaubt.

Deshalb braucht es eine Reform des Straßenverkehrsrechts.

Das neue Straßenverkehrsgesetz muss erstens die Schutzbedürftigkeit von Kindern in den Mittelpunkt stellen und Vision Zero – null Verkehrstote – zum Ziel haben. Zweitens muss es die selbständige Mobilität der Kinder ermöglichen.
Städte und Gemeinden müssen die Freiheit erhalten, kinder- und fahrradfreundliche Maßnahmen nicht nur an einzelnen Gefahrenstellen umzusetzen, sondern im gesamten Stadtgebiet. Das umfasst z.B.:

  • geschützte oder baulich getrennte, breite Radwege an Hauptverkehrsstraßen sowie geschützte Kreuzungen (nach niederländischem Vorbild)
  • Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen innerorts
  • Schulstraßen und Zonen ohne Autoverkehr (temporäre Kfz-Durchfahrtverbote)
  • Fahrradstraßen und Fahrrad-Zonen als flächendeckendes Netz und Grundlage für ein sicheres Schulwegenetz
  • Straßen ohne Durchgangsverkehr in Wohngebieten (Bsp. Kiezblocks Berlin, Superblocks - Barcelona)

In kinderfreundlichen, grünen Städten und Gemeinden, gibt es viele und vielfältige Freiräume zum Spielen und für ein soziales Miteinander zwischen allen Generationen. Die Bundesregierung kann dafür die Grundlagen schaffen.

Mehr und stetige Investitionen

Neben der Reform des Straßenverkehrsrechts braucht es dringend mehr und stetige Investitionen sowie Personal für den Ausbau von sicheren, kinderfreundlichen Rad- und Fußwegen. Außerdem muss es konkrete Zielvorgaben für den Vorrang von Rad- und Fußverkehr geben, die die Kommunen umsetzen müssen.

Forderungen auf Länderebene

Kinderfreundliche Landesmobilitätsgesetze
Nicht nur der Bund steht in der Pflicht. Wir fordern die Verkehrsminister*innen der Länder dazu auf, in ihrem jeweiligen Bundesland kinderfreundliche Mobilitätsgesetze auf den Weg zu bringen und sicherzustellen, dass Maßnahmen für eine sichere, kinder- und fahrradfreundliche Mobilität vorrangig behandelt werden.

Beispiele für Maßnahmen in den Ländern für kinder- und fahrradfreundliche Mobilität:

  • der Ausbau von Schulradwegenetzen
  • die Förderung der Einrichtung von „Schulstraßen“
  • die Erleichterung weiterer Verkehrssicherheitsmaßnahmen und
  • die Unterstützung von Kommunen, die bei kinder- und fahrradfreundlicher Mobilität bereits mutig voranschreiten.

Für eine bundesweite Zusammenarbeit muss die Verkehrsminister*innenkonferenz das Thema kinderfreundliche Mobilität auf ihrer Herbsttagung auf die Agenda setzen.

Forderungen an Städte und Gemeinden

Bestehenden Handlungsspielraum ausschöpfen 

Kinder- und fahrradfreundliche Mobilität beginnt vor Ort. Die derzeitige Rechtslage bietet viel mehr. Es gibt noch viel Luft nach oben. Städte und Gemeinden müssen ihren Handlungsspielraum voll ausschöpfen, indem sie Maßnahmen umsetzen wie: 

  • Umwidmung von Kfz- zu geschützten Radfahrstreifen an mehrspurigen Straßen 
  • Anordnung temporärer Durchfahrtverbote für Autos vor Schulen und Kitas („Schulstraßen“) 
  • Einrichtung Temporärer Spielstraßen und Schaffung von Begegnungszonen 
  • Schaffung kindersicherer Kreuzungen und Querungen 
  • Schaffung „echter“ Fahrradstraßen und –Zonen ohne Autoverkehr 
  • Abschaffung Il-/legalen Gehwegparkens und Nutzung der gewonnen Flächen für Fuß- und Radverkehr, für Spiel- und Begegnungszonen und Begrünung